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zu unserem Mutmachlied :-)
Sendetermin war der 25. November 2003 von 19:00 h bis 21:00 h
in Radio Neandertal (97,6), produziert im VHS Tonstudio Erkrath
Ein Hörspiel über das Leben, den Tod und die Sucht © Copyright Karin Stritzelberger
| Erzähler |
Der ganze Schlamassel mit dem Tabak und dem Nikotin fing damit an, dass Sir Walter Raleigh, ein Entdecker und Eroberer, den Tabak mit nach Europa brachte. Das war 1592. Bei einer seiner Seereisen beobachtete er, wie die Einheimischen Tabak trockneten, pressten und klein hackten, um ihn dann genussvoll in der Pfeife zu rauchen. Er sah den Indianern erstaunt zu und hat es natürlich auch mal ausprobiert. Nach anfänglichem Schaudern fand er Gefallen daran, rauchte immer wieder und brachte den Tabak als Errungenschaft kolonialer Eroberungszüge mit nach Europa. Sir Walter Raleigh war süchtig geworden.
Warum?
Tabak gehört zu den Nachtschattengewächsen, deren Blätter eines der stärksten bekannten Gifte enthält, das Nikotin. Reines Nikotin kann, wenn es geschluckt wird, innerhalb von Minuten töten.
Nikotin ist eine Droge und ein tödliches Gift, das weder entspannt, noch Selbstvertrauen schenkt, sondern unsere Lebenskraft zerstört, und oft genug ist eine einzige Zigarette daran schuld, einen Menschen süchtig zu machen. |
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| Alex |
Und was hat das alles mit unserer Geschichte zu tun? |
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| Erzähler |
Das will ich dir erklären. Da ist die Familie Berger, Mutter Inge, Tochter Sabine. Sabines Vater ist gestorben, heute ist die Beerdigung. Natürlich ist auch Lara, die beste Freundin von Sabine und Laras Mutter Gisela dabei. Lara und Sabine sind zehn Jahre alt und unzertrennlich. Egal, was auch passiert, sie machen alles zusammen. |
Violinmusik und Stimmengewirr, ab und zu das Klappern von Kaffeetassen |
| Mutter Inge |
Meine Güte, Gisela, ich bin froh, wenn dieser Tag heute vorbei ist und ich wieder zu Hause bin und doch habe ich Angst vor dem neuen zu Hause, wo er nicht mehr ist und andererseits bin ich auch froh, dass er seine Quälerei hinter sich hat und von seinen Leiden erlöst ist. Ich vermisse ihn jetzt schon. |
Inge wendet sich an Gisela |
| Sabine |
Lara, ich weiß gar nicht, wie das alles so ohne den Papa gehen soll, wer bringt mich denn jetzt abends ins Bett und wer erzählt mir die Gute-Nacht-Geschichte? Ich kann immer noch nicht richtig glauben, dass Papa nicht mehr da ist. So etwas möchte ich nie wieder erleben und deshalb mußt du mir was versprechen |
Immer noch spielt die Violine eine klagende Melodie
(Sabine weint) |
| Lara |
was denn? |
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| Sabine |
du musst mir versprechen, dass du niemals rauchen wirst. Auch ich verspreche dir, dass ich nie rauchen werde. Komm, lass und einen Pakt schließen. |
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| Lara |
okey |
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Mutter Inge
Mutter Gisela |
Ich mache mit. Gebt mir eure Hände und sprecht mit:
Ich will auch mit machen |
alle fassen sich an den Händen |
Inge Lara Sabine
Gisela |
Wir schwören, nie in unserem Leben zu rauchen |
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| .Erzähler |
einige Jahre später, Sabines Mutter Inge erinnert sich |
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| Inge |
Lara und Sabine sind sechzehn Jahre alt und immer noch unzertrennliche Freundinnen. Bis jetzt haben sie sich immer an ihren Pakt gehalten. Sabine und Lara sind sehr sportlich und immer aktiv. Sie gehen oft zum Schwimmen und in der Leichtathletik haben sie so manchen Wettkampf gewonnen. Normalerweise gehen die beiden Samstags immer zusammen aus. An jenem verhägnisvollen Tag aber nicht, denn Sabine muss mit ihrer Mutter zu Oma fahren. Lara ist noch unschlüssig, was sie tun soll. |
Telefon klingelt |
| .Lara |
Lara O'Connor |
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| .Andy |
Hallo Lara, hier ist Andy |
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| .Lara |
Hallo Andy, wie gehts? ............Was gibts denn? |
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| .Andy |
Sag mal, hast du heute abend schon was vor? |
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| .Lara |
Nein, hab gerade überlegt, was ich tun soll |
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| .Andy |
Ich bin auf eine Fete eingeladen und da kenn ich keinen, komm doch mit mir und wir machen einen drauf. Ich hol dich um acht Uhr ab |
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| .Lara |
mmmmmmmmmmmmmmh okey, ich komme mit. hab sowieso nix besseres zu tun. |
Lara legt den Hörer auf und summt eine Melodie. |
| .Erzähler |
Pünktlich um acht holt Andy Lara ab. Die beiden gehen zu Fuß durch ein paar Straßen und stehen schließlich vor einer Tür. Laute Musik mit viel Bass dröhnt durch diese Tür |
Techno-Musik mit viel Bass. Klingel dröhnt, die Tür wird aufgerissen und die Musik wird noch lauter |
| .Alex |
Hey Andy, was für ne Braut hast du denn da mitgebracht? |
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| .Andy |
Das ist Lara, wir sind befreundet, wollte nicht allein kommen |
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| .Alex |
Alles klar, komm rein Alter. Hallo Lara, tritt ein in meine bescheidene Hütte. |
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| Erzähler |
Alex führt Lara und Andy ins Wohnzimmer, wo schon ein paar andere Kids runhocken únd jede Menge rauchen und trinken. Die Luft ist zum Zerschneiden so dick und Lara bekommt kaum Luft. |
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| .Alex |
Was wollte ihr trinken ? Bier oder Bier? |
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| .Lara |
Hast du keine Limo? Oder Cola ? |
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| .Alex |
Nö, nur Bier |
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| .Andy |
Komm Alex quatsch nicht so lange rum, schmeiß mal zwei Flaschen rüber |
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| Erzähler |
Alex wirft Andy zwei Flaschen Bier rüber. Eine für Lara, eine für Andy. Sie prosten sich zu und trinken Bier. Andy holt eine Packung Zigaretten aus seiner Tasche und bietet Lara eine an |
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| .Andy |
Hey Lara, rauch dir eine. |
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| .Lara |
Ne du, hab keinen Bock zu rauchen, ich mag das nicht. |
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| .Andy |
Aber wieso denn? |
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| .Lara |
ich habe meiner Freundin Sabine versprochen, dass ich nie rauchen werde und sie hat 's mir auch versprochen. |
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| .Andy |
Aber warum das denn? |
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| .Lara |
Sabines Vater ist vor sechs Jahren an Lungenkrebs gestorben. Er hat jeden Tag eine Schachtel Zigaretten geraucht. Das war sehr traurig. Und außerdem habe ich keine Lust nikotinsüchtig zu werden und mein ganzes Geld in Rauch aufzulösen. Weißt du, hier in der Luft ist so viel Nikotin, dass man gar nicht mehr rauchen muss und auch Passivrauchen verursacht Schäden und heute weiß man doch auch, dass der ganze Nebel, den eine Zigarette verbreitet, gefährlicher ist, als der Rauch, den du dir einsaugst. |
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| .Andy |
Och, hör auf mit dem Gequatsche, ich glaub nicht, dass du von einer Zigarette süchtig wirst. Von dem Gequatsche wird mir ja ganz schwindelig. Kannst doch trotzdem mal probieren, ist echt lustig, wie sich bei der ersten Zigarette alles im Kopf dreht. |
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| .Lara |
So,so Der Nikotinkick, der kommt sehr schnell, denn beim Rauchen wird das Nikotin direkt im Mund aufgenommen, löst sich im Speichel auf und gelangt von da aus direkt in unser Gehirn und man fühl sich innerhalb von Sekunden schwindelig und benommen .Das habe ich in einem Buch gelesen. Und das ist so? Habs noch nie versucht und war bisher auch nicht besonders neugierig darauf. . Und wie ist das so? Alles dreht sich im Kopf? |
(Sie kichert) das Bier zeigt langsam seine Wirkung, Lara wird immer übermütiger |
| .Andy |
Na klar, hier nimm |
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| .Lara |
N a gut, gib mir eine |
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| .Erzähler |
Lara nimmt eine Kippe und steckt sie sich an. Nach dem ersten Zug muss sie furchtbar husten. |
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| .Andy lacht und sagt. |
Da gewöhnt man sich dran. -
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und zieht an seiner eigenen Fluppe. |
| Erzähler |
Wer raucht, denkt, er gehöre dazu: zuerst raucht man eine, um gesellig zu sein, bald schon fehlt einem etwas ohne die gewohnte Kippe, die Steigerung erfolgt so langsam, dass man es kaum merkt, bevor man sich versieht, raucht man eine Schachtel am Tag und wird, wenn sie sich leert, immer nervöser, man geht spät abends noch los, um Nachschub zu kaufen, bald schon kann man nicht mehr ohne seine Zigaretten sein, denn das Ritual selbst macht ebenso süchtig wie das Nikotin.
Andy und Lara haben an diesem Abend noch viele Zigaretten geraucht und auch noch viel Bier getrunken.Sehr spät gehen sie nach Hause und Lara verzieht sich direkt in ihr Zimmer, damit die Mutter nicht merkt, dass sie betrunken ist.
Am nächsten Morgen wacht Lara auf und hat einen dicken Kater, sie hat Kopfschmerzen und furchtbar viel Durst und auch gar keine Lust aufzustehen. Ihr schlechtes Gewissen plagt sie, denn sie hat ja ihr Versprechen gebrochen und der Geschmack in ihrem Mund ist entsetzlich. Sie zieht die Decke über ihren Kopf und überlegt, ob sie ihrer Mutter davon erzählen soll |
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| .Mutter Gisela |
Lara, aufstehen! Frühstück ist fertig! |
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| .Lara |
Mir ist schlecht, will nicht aufstehen, hab gestern zu viel getrunken, ich will auch nicht frühstücken und mir ist kalt |
Laras Mutter macht die Türe auf, kommt ins Zimmer, deckt Lara zu |
| .Laras Mutter |
So mein Schatz, jetzt ist dir sicher wärmer. War es denn gestern sooo schlimm? - Aber selber schuld, musst du eben nicht so viel trinken. Na, dann schlaf noch ein bisschen. |
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| .Erzähler |
Nach zwei bis drei Stunden steht Lara auf und schlurft in die Küche. Sie setzt sich an den Küchentisch und macht sich einen Milchkaffee. Nachdenklich starrt sie in den Kaffee. |
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| .Lara |
Mama??? |
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| .Mutter |
Ja, mein Schatz |
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| .Lara |
Wann warst du das erste Mal betrunken? |
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| .Mutter |
Laß mal nachdenken, ist schon ziemlich lange her. Ich glaube, ich war achzehn und wir waren auf einer Fete bei meiner Freundin Barbara. Wir haben "Saurer Fritz" getrunken - schmeckte irgendwie wie Zitronenlimo - ziemlich viel. Irgendwann konnte ich nicht mehr geradeaus laufen. Mir war vielleicht schlecht |
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letzte Textänderungen sind nicht berücksichtigt.
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Autoren: Steffi, Sarah, Svenja, Sabrina und Karin
Regie: Karin Stritzelberger
Geräusche aus der Tonkonserve
Sprecher:
Erzähler - Christl Schremm
Lara - Stefanie Dittmann
Andy - Marcel Stritzelberger
Sabine - Sarah Stritzelberger
Dr. Kress - Sabrina Wendling
Mutter Inge - Ronja Stracke
Mutter Gisela - Svenja Wendling
Alex - Ingo Winkler
Kristine - Karin Stritzelberger
Sänger - Stefan Theisen und der Chor der Realschule Hochdahl
Instrumentalbegleitung: Nelleke Schuurman - Querflöte, Ilka Unger - Gitarre, Karin Stritzelberger - Keybord
| Hörspiel "Lara" | Hörprobe | Theaterstück "Lara"| Autorin | Das Buch | Kapitel 1 | Inhaltsverzeichnis |
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