| Chemische Veränderungen der Zigaretten | |
| Abhängigkeitspotenzial von Zigaretten(DKFZ) | |
| Während der letzten Jahrzehnte hat die Zigarette mit einer Vielzahl von Produktveränderungen einen enormen Entwicklungsprozess durchlaufen, an dessen Ende heute ein komplexes Endprodukt zur Nikotinverabreichung steht. Die Tabakindustrie hat seit Jahrzehnten genaue Kenntnisse über die pharmakologische Wirkung von Nikotin, die besondere Natur der Tabakabhängigkeit und deren Steuerung durch Tabak-Anbaumethoden, Zusatzstoffe und Materialdesign. Bei den Zusatzstoffen handelt es sich zum Teil um Lebensmittelzusatzstoffe, die bei bestimmungsgemäßer Verwendung in Lebensmitteln und als orale Produkte als unbedenklich für die Gesundheit angesehen werden. Durch die hohen Temperaturen beim Zigarettenrauchen werden jedoch bei der Verbrennung der zugesetzten Stoffe neue Substanzen gebildet (Pyrolyseprodukte), deren gesundheitliche Risiken insbesondere im Zusammenwirken mit anderen Inhaltsstoffen des Tabaks fatal sind. Die Säure-Basen-Chemie als Grundlage des Suchtpotenzials Die Tabakindustrie suchte bereits seit den 60er Jahren nach Möglichkeiten, die Abhängigkeit erzeugende Wirkung von Zigaretten zu erhalten und zu erhöhen. NIKOTIN + MANIPULATION DES PHWERTES ZU BASISCHEN WERTEN Die Durchsicht der Tabakindustriedokumente hat offenbart, dass der pH-Wert des Tabakrauches und damit das Abhängigkeitspotenzial von Zigaretten mit einer Vielzahl von Substanzen manipuliert werden kann. Ammonium-Komponenten sind die am häufigsten verwendeten Substanzen, die hierzu eingesetzt werden. Neben Ammoniak selbst werden folgende Derivate im Herstellungsprozess von Zigaretten verwendet: Ammoniumhydroxid, Ammoniumbicarbonat sowie Diammoniumphosphat und Harnstoff, welche bei der Pyrolyse Ammoniak freisetzen können. Die Tabakindustrie sieht keinen Verstoß beim Einsatz von Ammoniak, mit der Begründung, dass Rohtabak bereits natürlicherweise Ammoniak enthalte. Dieses Argument verschleiert jedoch die Strategien der Industrie, durch die zusätzliche technische Beigabe von Ammoniak die chemischen Abläufe zu verstärken Durch die Behandlung des Tabaks mit Ammoniumverbindungen drängt die stärkere Ammonium-Base die schwächere Nikotinbase aus ihrer Salzform, so dass freies Nikotin entsteht. Ammoniak erhöht damit die Effizienz der Nikotinzufuhr und die Bioverfügbarkeit von Nikotin im Atemtrakt. Durch Hinzufügen von Ammoniak und anderen ähnlich wirkenden Zusatzstoffen wird ein bereits gefährliches Produkt gefährlicher gemacht. |
Auszüge aus der roten Reihe des DKFZ, Heidelberg Tabakprävention und Tabakkontrolle |
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